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Pentza Trinkavil (auch: Pentz) ist eine Figur in Heinrich Wittenwilers satirischem Lehrgedicht „Der Ring“.

Er ist ein Bewohner Lappenhausens und nimmt im ersten Teil des Romans an Bertschis Turnier teil. Sein Wappen zeigt Rinder, die vor einen Pflug gespannt sind. Als er während des Stechens in den Fluss fällt, behauptet er, sein Durst sei niemals gründlicher gestillt worden und macht damit seinem Namen alle Ehre. Bei einem darauffolgenden Angriff auf Neidhart reitet Pentza Trinkavil so schnell, dass sein Pferd stürzt und er dabei ums Leben kommt.
Allerdings taucht Pentza zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf und leert beim Hochzeitsmahl zweieinhalb Krüge — sehr zum Missfallen seiner „gsellen“.

Erklärungen für Pentza Trinkavils WiedergeburtBearbeiten

Neben Jächel Grabinsgaden ist Pentza Trinkavil die zweite verstorbene Figur, die im Rahmen des Hochzeitsmahls erscheint. Eine mögliche Erklärung wäre, dass die Auferstehung der Toten eine Vorausdeutung auf das kommende Unheil und den Untergang Lappenhausens darstellen soll. Vielleicht wollte Wittenwiler aber auch illustrieren, dass für das langersehnte Hochzeitsmahl sogar die Verstorbenen aus ihren Gräbern kommen — eine Vermutung, die bei einem schwarzhumorigen Werk wie „Der Ring“ durchaus nicht völlig abwegig ist.
Daneben könnte der Grund auch in einem Versehen Wittenwilers liegen, der bei den zahlreichen Figuren seines Werkes leicht den Überblick verlieren konnte. Vermutlich erschien ihm der Name Pentza Trinkavils für eine Verwendung im Kontext des Hochzeitsmahls als besonders geeignet. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Wittenwiler den zweiten Teil seines Werkes, der sich am stärksten auf die Vorlagen „Meier Betz“ und „Metzen hochzit“ beruft, bereits vor dem ersten Teil verfasst hatte.

ZitateBearbeiten

  • Den neuden ich euch tauffen wil: / Er haisset Pentza Trinkavil. / Daz er do in dem schilte truog, / Daz warend rinder in eim phluog. (Der Ring, Vv. 143-146)
  • Pentza Trinkavil gewinnt seinem unfreiwilligen Bad etwas Positives ab: Do sprach Pentza Trinkavil: / ‚Für wars ich euch daz sagen wil: / Turstes mir nie buosse wart, / Trawen, wen zuo diser vart.‘ (Der Ring, Vv. 257-260)
  • Pentza Trinkavil freut sich über Jächel Grabinsgadens Kritik an Rüefli Lekdenspiss: Do sprach Jächel Grabinsgaden: / ‚Din rat was selten ie an schaden; / Dar umb ich dir nit volgen wil.‘ / Des frewt sich Pentza Trinkavil. (Der Ring, Vv. 638-641)
  • Rüefli Lekdenspiss gemahnt an das Schicksal Pentzas: ‚Herrgot, gib mir sinn und chraft, / Daz ich meinr sünden ledig werde / Und so nit var von diser erde, / Sam Pentz und Jächel sind verschaiden / Als lästerleich auf diser haiden!‘ (Der Ring, Vv. 691-695)
  • Pentza Trinkavils Wiedergeburt: Pentza Trinkavil der trank / Über aller gesellen danch / Den ersten chruog untz an den dritten / Und den dritten bis enmitten. / Secht, do ward er cheichent, / Den swaiss ans tischtuoch streichent! / Er lait sich auf den tisch gezogen / Mit henden und auch elnpogen; / Da mit so hiet ers überwunden. (Der Ring, Vv. 5849-5857)

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