FANDOM


Hilda Leugafruo ist der Name einer Figur in Heinrich Wittenwilers satirischem Lehrgedicht „Der Ring“. Sie ist eine Verwandte von Fritz und dessen Tochter Mätzli Rüerenzumph.

Während der Debatte über den richtigen Ehemann bezieht sie Stellung für Bertschi Triefnas und setzt sich mit dieser Ansicht, trotz der Bedenken Fritzos, bei den anderen Verwandten durch. Später bittet sie den Apotheker Straub um eine Belehrung zu Gesundheitsfragen. Auf der Hochzeit tanzt sie so ausgelassen, dass ihr die Brust aus dem Kleid springt.

ZitateBearbeiten

  • Erste Erwähnung: Sein freundin chamend auch dar zuo: / Daz was fro Hilda Leugafruo, / Schürenprand und Nimindhand, / Richteinschand und Siertdasland / Und ander frome frawen gar, / Der ich doch nicht genennen gtar.(Der Ring, Vv. 3625-3630)
  • Hilda Leugafruo setzt sich für Bertschi ein: / Fro Leugafruo mit unfuog / Die red im ieso underschluog; / Sei sprach: ‚Vergest des ewern nicht / Und hört des ersten, was man spricht! / Der älleu dink dergründen wil, / Der siert sich selb und schafft nit vil. / Dhain e die wär noch nie geschehen, / Hiet man ens und ditz besehen: / Dhain weltleichs mensch ward nie so rain, / Es hunch an einem überpain. / Secht, ich sag euchs recht her aus: / Triefnas ist mir nicht ein laus! / Dar umb so wil ich nicht enliegen / Noch die fromen tochter triegen. / Er ist ein junger, grader knecht, / From und erber, dar zuo schlecht, / Dann daz er mich dunchet ful / Und hat ein überweites mul. / Dem wil ich selber antwürt geben. / Chleiner mund chumpt frawen eben / Und nit dem man; ich sagt euchs vor: / Grosseu stat wil weites tor. / Ist er faul und schlaffet gern, / Des wîrt er allessampt enbern, / So daz chindel wirt von not / Singent: «Ätti, gib mîr prott!» / Was schol er dann der witzen haben, / Ein junger knab pei chlainen tagen, / Der auch geschrift in im nit hat? / Dar umb so wisst, es ist mein rat, / Daz wir nu senden hin zuo im / Und auch derfarin seinen sin / Chluochleich, sam er hat getan. / Und wil er unser muomen han, / So haiss man'n chömen so zehand / Und setzt in nider zuo der want / Und sagt im alles sunder wol, / Was er tuon und meiden schol! / Und ist, daz er gelernen mag / Und auch getuon nach ewer sag, / So schol man im sei geben so.‘ (Der Ring, Vv. 3715-3756)
  • Wîr schüllen senden nach dem chnecht / Und tuon, sam uns geraten ist / Von Leugafruo ze diser frist! (Der Ring, Vv. 3779ff.)
  • Hilda Leugafruo bittet den Apotheker Straub um eine Belehrung: Do nu die red ein end gewan, / Fro Leugafruo her fürher kam / Und sprach: ‚Ich han mir oft gehört: / Der den leib mit vasten stört, / Pei dem weleibt die sele nicht; / Dar umb so tuo, sam man da spricht: / Halt dich eben an dem leib, / Wilt, daz dir die sel beleib, / Und voll ze stunden, glaub es mir, / Hast du muot, ze weiben dir! / Dar umb, her Straub (îr seitz ein man, / Der der ertznei so vil chan), / Sag dem jungen gantz und eben, / Waz im guot sei zuo dem leben, / Daz er gesunt und frisch welib, / Starch und gerüerich lange zit!‘ (Der Ring, Vv. 4188-4204)
  • Hilda beim Tanz: Hilden haubtloch was ze weit; / Dar umb îr an der selben zeit / Daz tüttel aus dem puosem sprang: / Tantzens gir sei dar zuo twang. (Der Ring, Vv. 6404-6407)

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki